Die Autospielzeuge unserer Kindheit
Hand aufs Herz: Was war dein erstes Auto? Vielleicht ein rotes Bobbycar. Vielleicht ein kleiner SIKU-Flitzer, der immer in der Hosentasche dabei war. Oder vielleicht saßt du stundenlang vor einem Straßenteppich und hast dir überlegt, warum eigentlich schon wieder Stau vor der Spielzeugtankstelle ist. Bevor wir Auto fahren konnten, waren viele von uns längst auf vier Rädern unterwegs. Da am 20. September Weltkindertag war, machen wir eine kleine Zeitreise zurück zu den Fahrzeugen, Rennstrecken und Spielzeugen, mit denen für viele die Faszination fürs Auto angefangen hat. Der Weltkindertag stellt jedes Jahr Kinder, ihre Bedürfnisse und ihre Rechte in den Mittelpunkt. 2026 steht er unter dem Motto „Starke Kinder, starke Zukunft!“. Und weil zur Kindheit natürlich auch Spielen gehört, erinnern wir uns heute an ein paar echte Klassiker die uns in der Vergangenheit zur Zukunft in die Kfz-Branche getrieben haben.
Das Bobbycar – der erste eigene Flitzer
Motor? Fehlanzeige. Dafür zwei Beine und jede Menge Ehrgeiz.
Das Bobbycar dürfte für viele das erste Fahrzeug gewesen sein, das sie selbst „fahren“ konnten. Ob durchs Wohnzimmer, über die Terrasse oder den Gehweg: Geschwindigkeit war dabei vermutlich eher eine Frage der eigenen Beinkraft.
Und natürlich gab es schon damals die ersten wichtigen Fragen eines echten Autofans: Wer darf vorne fahren? Wer bekommt das schnellere Bobbycar? Und warum sind eigentlich die Schuhe nach einer ausgiebigen Tour schon wieder kaputt?
Kettcar – plötzlich wurde es richtig schnell
Nach dem Bobbycar kam für viele die nächste Evolutionsstufe: das Kettcar.
Lenkrad, Pedale, vier Räder – und schon fühlte sich die Hofeinfahrt ein bisschen wie eine Rennstrecke an. Kurven wurden möglichst eng genommen, Gefälle sorgten für Geschwindigkeitsrekorde und irgendwo wurde garantiert eine Start-Ziel-Linie mit Kreide auf den Boden gemalt.
Auch Tretautos und Trettraktoren gehören in diese Kategorie. Wer eines hatte, konnte aus einem ganz normalen Nachmittag schnell eine kleine Rallye machen.
Hot Wheels, Matchbox und SIKU – die Garage im Kinderzimmer
Manchmal brauchte es gar kein großes Fahrzeug. Ein Auto, das in eine Hand passt, reichte völlig aus.
Diese Spielzeuge sorgten dafür, dass Kinderzimmer innerhalb weniger Minuten zu Parkhäusern, Rennstrecken oder ganzen Städten wurden.
Und natürlich hatte fast jeder irgendwann dieses eine Lieblingsauto. Das Modell, das immer gewinnen musste. Das niemals verliehen wurde. Und das heute vielleicht sogar noch irgendwo in einer alten Kiste auf dem Dachboden liegt.
Besonders ambitionierte Nachwuchs-Autofans hatten dazu noch eine komplette Spielzeuggarage mit Aufzug, Tankstelle, Waschanlage und mehreren Parkdecks.
Mehr Infrastruktur brauchte eine funktionierende Spielzeugstadt schließlich nicht.
Der Straßenteppich – wo aus dem Kinderzimmer eine Stadt wurde
Grüne Flächen, kleine Häuser, Kreuzungen, Parkplätze und Straßen: Der klassische Straßenteppich war praktisch Google Maps für Kinder – nur ohne Navigation.
Hier entstanden ganze Geschichten.
Das Feuerwehrauto musste zum Einsatz, der Bus fuhr seine Route, auf der Kreuzung gab es einen Stau und der Abschleppwagen hatte plötzlich erstaunlich viel zu tun.
Und wer ganz genau war, hielt natürlich an jeder roten Ampel – auch wenn die Ampel eigentlich nur auf den Teppich gedruckt war.
Nicht jedes Spielzeugauto musste ein Sportwagen sein.
Feuerwehrautos, Polizeiwagen, Krankenwagen, Müllfahrzeuge, Bagger, Radlader, Traktoren und große Lkw waren mindestens genauso spannend.
Je mehr Funktionen, desto besser: Türen zum Öffnen, ausfahrbare Leitern, bewegliche Baggerarme und natürlich – absolute Königsklasse – Licht und Geräusche.
Spätestens wenn zum zehnten Mal die Spielzeug-Sirene durchs Wohnzimmer schallte, hielt sich die Begeisterung der Eltern möglicherweise etwas stärker in Grenzen.
Carrera-Bahn – Motorsport auf dem Wohnzimmerboden
Strecke zusammenstecken, Autos aufsetzen, Regler in die Hand – und los.
Zumindest bis zur ersten Kurve.
Denn eine Sache lernte man bei der Carrera-Bahn ziemlich schnell: Vollgas ist nicht immer die beste Strategie. Wer zu schnell in die Kurve ging, durfte sein Auto regelmäßig unter dem Sofa einsammeln.
Damit war die Carrera-Bahn vielleicht sogar eine der ersten spielerischen Lektionen in Sachen Fahrzeugbeherrschung.
Darda-Bahn – Looping statt Tempolimit
Ähnlich legendär: Auto aufziehen, einsetzen und hoffen, dass es genug Schwung für Looping, Kurve und Sprungschanze hatte. Strecken wurden umgebaut, verlängert und optimiert, bis der kleine Flitzer möglichst spektakulär durchs Kinderzimmer raste.
Physikunterricht – nur ohne zu wissen, dass es Physikunterricht war.
Ferngesteuerte Autos – wenn plötzlich die Fernbedienung wichtiger war als das Auto
Ein ferngesteuertes Auto war noch einmal etwas ganz anderes.
Plötzlich konnte man selbst lenken, beschleunigen und rückwärtsfahren. Das Wohnzimmer wurde zum Hindernisparcours, Tischbeine zu Slalomstangen und kleine Rampen wurden gebaut, die in der Theorie meistens besser funktionierten als in der Praxis.
Noch spannender wurde es natürlich draußen – bis der Akku leer war.
Gefühlt immer viel zu schnell.
LEGO und Playmobil – Autos selbst bauen
Warum ein fertiges Auto nehmen, wenn man sich einfach selbst eins bauen kann?
Mit LEGO, LEGO Technic oder Playmobil konnten Fahrzeuge plötzlich verändert und ganze Welten drumherum gebaut werden.
Heute Sportwagen, morgen Abschleppwagen und übermorgen ein Fahrzeug mit sechs Rädern, zwei Spoilern und einer Konstruktion, deren Funktion niemand so genau erklären konnte.
Aber genau darum ging es: ausprobieren, umbauen und herausfinden, wie Dinge funktionieren.
Das Autoquartett – mehr PS gewinnt. Meistens.
Auch ohne rollendes Spielzeug konnte man sich mit Autos beschäftigen.
Beim Autoquartett wurden Hubraum, Leistung, Höchstgeschwindigkeit oder Beschleunigung miteinander verglichen. Und irgendwann kannte man technische Daten von Fahrzeugen, die man im echten Leben noch nie gesehen hatte.
Die wahrscheinlich wichtigste Erkenntnis vieler Kindheiten:
Mehr PS sind beim Quartett ziemlich praktisch.
Der Auto-Einkaufswagen – Supermarktbesuch mit Fahrerlaubnis
Eigentlich wollte die Familie nur schnell einkaufen.
Für Kinder konnte der Supermarktbesuch aber zum Highlight werden, sobald am Eingang einer dieser Einkaufswagen in Autoform stand.
Reinsetzen, Lenkrad festhalten und schon wurde aus dem Gang zwischen Nudeln und Cornflakes eine Rennstrecke.
Dass Mama oder Papa hinten eigentlich die komplette Arbeit erledigten und den Wagen schoben, spielte für das Fahrerlebnis selbstverständlich keine Rolle.
Vielleicht fing genau damit alles an
Natürlich wird nicht aus jedem Kind mit einem Bobbycar später ein Kfz-Mechatroniker oder eine Automobilkauffrau.
Aber manchmal beginnen Interessen genau so: beim Spielen.
Ein Auto wird auseinandergenommen, weil man wissen möchte, wie die Räder befestigt sind. Bei LEGO wird so lange umgebaut, bis eine Konstruktion funktioniert. Ein ferngesteuertes Auto wird nach einem Crash wieder repariert. Oder man interessiert sich plötzlich dafür, warum manche Autos schneller sind als andere.
Aus Neugier kann irgendwann echtes technisches Interesse werden.
Und vielleicht liegt zwischen dem ersten Bobbycar und dem ersten echten Auto gar nicht so viel, wie man denkt.
Welches war dein erstes Auto?
Bobbycar? Kettcar? Hot Wheels? Carrera-Bahn? Oder ein Spielzeug, das heute kaum noch jemand kennt?
Egal ob Wettrennen auf dem Gehweg, kilometerlange Staus auf dem Straßenteppich und Autos, die regelmäßig unter dem Sofa verschwunden sind. Damit hat es bei uns allen mit Autos angefangen und nie mehr losgelassen.
Denn bevor es um Führerschein, Ausbildung oder Beruf ging, ging es vor allem um eines: Spaß an allem, was Räder hat.
Bildquellen:
Bobbycar
Foto: 4028mdk09, „Big bobby car rot.JPG“, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0.
Quelle: Wikimedia Commons
Lizenz: Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0
Kettcar / spielende Kinder
Bildquelle: Magnific.
Bei Nutzung mit erforderlicher Namensnennung: „Designed by Magnific“.
Quelle: Magnific – „Kinder, die draußen am regnerischen Tag spielen“
Hot Wheels
Bild: © Mattel, „HOT WHEELS ID“, 2019. Nutzung in Medien gemäß den Nutzungsbedingungen des Mattel-Newsrooms.
Quelle: Mattel GmbH / Mattel Newsroom
Straßenteppich / Kind mit Spielzeugauto
Bildquelle: Magnific.
Bei Nutzung mit erforderlicher Namensnennung: „Designed by Magnific“.
Quelle: Magnific – „Kind, das einen Apfel und das Spiel mit einem Spielzeugauto zu essen“
Weitere Abbildung(en) aus Canva
Bild/Design: Canva.
Eine Namensnennung ist für reguläre Free- und Pro-Inhalte von Canva grundsätzlich nicht erforderlich. Sofern der verwendete Inhalt als „Editorial Use Only“ gekennzeichnet ist oder von einem Drittanbieter stammt, gelten dessen jeweilige Vorgaben.
Darda-Bahn
Foto: MarkMichaelis, „DardaLooping.jpg“, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0.
Quelle: Wikimedia Commons
Lizenz: Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0
Ferngesteuertes Auto
Foto: Mateus Andre / Magnific, „Spielzeugauto mit Fernbedienung“.
Bei Nutzung mit erforderlicher Namensnennung: „Designed by Magnific“.
Quelle: Magnific
LEGO Speed Champions
Foto: DestinationFearFan, „LEGO Speed Champions.jpg“, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0.
Quelle: Wikimedia Commons
Lizenz: Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0
KI-generierte Abbildungen
Einzelne Abbildungen dieses Beitrags wurden mithilfe von ChatGPT (OpenAI) KI-generiert.